I. LAN – Heimnetzwerke

 

1.   Wann brauche ich ein LAN – Heimnetzwerk?

 

  • Sie möchten den Breitband-Anschluss einer Telekom-Gesellschaft in mehreren Räumen Ihrer Wohnung/Haus einsetzen?

    Skizze: Brauche ich ein Heimnetzwerk?

    Brauche ich ein Heimnetzwerk?

 

  • Sie wollen die Angebote zum Internetfernsehen (IPTV) nutzen, z.B. um Ihren speziellen Spartenkanal sehen zu können?

 

  • Wollen Sie Videodateien auf Ihren Rechner downloaden, um Ihren Abend unabhängig vom aktuellen Fernsehprogramm gestalten zu können (Video on demand)?

 

  • Beteiligen Sie sich gern online an Internetspielen (LAN-Partys via Internet)?

 

  • Gehen Sie in Ihren vier Wänden einer Berufstätigkeit nach oder möchten Sie in Ihrer Kanzlei, Ihrem Büro oder Ihrer Praxis große Datenmengen (z.B. Zeichnungen) von Rechner zu Rechner übertragen?

Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit einem „Ja“ beantwortet haben, dann brauchen Sie ein LAN – Heimnetzwerk!

 

2.   Welches LAN – Heimnetzwerk ist das richtige für mich?

 

Nun denn, welche Möglichkeiten bieten sich zur Installation? Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Netzwerktypen:

 

  • Netzwerke ohne ein speziell für den Zweck der Datenübertragung vorgesehenes Kabel, z.B. WLAN-Netze (Funknetz) oder plc-Netze (Power Line Communication, d.h. die Daten fließen über die Stromleitung)

 

  • Netzwerke mit einem speziellen Kabel für die Datenübertragung, z.B. Kupferkabel (CAT5/6/7), Glasfaserkabel oder optische Polymerfaserkabel (POF)

 

WLAN und plc werden mit niedrigstem Aufwand installiert, denn die Kabellegung entfällt ganz einfach. Statt über Leitungen werden die Daten mittels elektro-magnetischer Wellen übertragen. Das geschieht im „Shared Medium“ (frei zugänglicher Funkraum). Diese Systeme strahlen deshalb elektro-magnetische Wellen ab (Elektrosmog), können durch eingestrahlte Wellen gestört werden und sind grundsätzlich abhörbar.

Die Datenrate sinkt mit jedem weiteren, neu am Netzwerk angeschlossenen Teilnehmer (Bild 2). Je nach Teilnehmeranzahl und Qualität des „Shared Mediums“ kann für den Einzelanschluss schnell nicht mehr ausreichend Bandbreite vorhanden sein.

 

Skizze: Shared Medium: Alle Netzteilnehmer greifen gleichzeitig auf ein Übertragungsmedium mit begrenzter Datenrate zu.

Bild 2: Alle Netzteilnehmer greifen gleichzeitig auf ein Übertragungsmedium mit begrenzter Datenrate zu. Jeder hört alles, was irgendein anderer sendet. Bleibt am Ende für jeden genug Datenrate? Hört jemand unerlaubterweise mit? Strahlt jemand absichtlich oder unabsichtlich Störungen ein? Benutzt jemand illegal Ihren Internetzugang für dubiose Geschäfte?

 

 

 

Kabel- oder leitungsgebundene Netzwerke erfordern die Verlegung eines Datenkabels zwischen den Computern bzw. den Netzwerkknoten. Die jedem Computer zur Verfügung stehende Datenrate wird nicht durch den Datenverkehr der anderen Netzwerkteilnehmer gesenkt, da immer nur ein Endgerät auf die volle Bandbreite der Leitung zugreifen kann.

Skizze: In leitungsgebundenen Netzwerken hat jeder Teilnehmer seine eigene Leitung. Er kann nicht durch den Datenverkehr seines Nachbarn behindert werden.

 

 

In leitungsgebundenen Netzwerken hat jeder Teilnehmer seine eigene Leitung.
Er kann nicht durch den Datenverkehr seines Nachbarn behindert werden.

 

 

Im nächsten Schritt zu Ihrem Heimnetzwerk müssen Sie sich nun entscheiden, ob Sie die Nachteile eines Shared Medium Netzwerkes für sich akzeptieren können und wollen. Eine vergleichsweise instabile und unsichere Datenübertragung steht gegenüber der Notwendigkeit, in Ihrem Haus neue Leitungen legen zu müssen. Bevor Sie jedoch vorschnell „ja“ zu einem WLAN- oder plc-System sagen, sollten Sie sich die allerneuesten Möglichkeiten einer zwar kabelgebundenen, aber dennoch sehr einfach installierbaren Netzwerktechnik anschauen. Diese wurde in den letzen Jahren für den Einsatz in Heimnetzen entwickelt: die Datenübertragung mit Optischen Polymerfasern (POF).

 

3.   Heimnetzwerke und der FAF-Faktor

 

Im privaten Heimbereich wird die Verlegung von neuen Datenkabeln als sehr umständlich und aufwendig angesehen, weil die Kabelneuinstallation in bestehenden Wohnungen und Häusern mit größeren baulichen Veränderungen verbunden ist. Oft ist es nicht in erster Linie der an der Netzwerkinstallation interessierte „Technikfreak“ der Familie, der am meisten unter den Baumaßnahmen leidet (sog. FAF-Faktor = Familiy Acceptance Factor). So kann es zu familiären Konflikten und damit zu einem sehr niedrigen FAF-Faktor kommen (Bild 4). Dies gilt insbesondere für die Neuinstallation der Übertragungsmedien Kupferkabel und Glasfaser. Beide können normalerweise nur von ausgebildeten Fachleuten mit entsprechender Werkzeugausstattung in dafür vorgesehenen bzw. neu zu schaffenden Kabelaufnahmen installiert werden.

 

Bild 4

Der FAF-Faktor (familiy acceptance factor) ist gering, wenn das Netzwerk nur in Verbindung mit umfangreichen, baulichen Maßnahmen installiert werden kann.

 

 

 

 

 

 

Anders dagegen die POF – sie ist viel dünner als ein elektrisches CAT-Kabel, sie ist unempfindlicher als ein Glasfaserkabel und sie kann sehr unauffällig auf oder unter der Tapete verlegt werden. Außerdem ist die Präparation der POF-Kabelenden leicht mit einer Rasierklinge durchführbar.

 

 

Heimnetzwerke mit POF sind zwar ein leitungsgebundenes Übertragungssystem, vermeiden aber durch ihre speziellen Eigenschaften weitestgehend die Nachteile einer Kabelneuinstallation, d.h. der FAF-Faktor für eine POF-Installation ist sehr hoch.

Sehen Sie die, hinter den beiden Wandbildern geführte POF Leitung?

 

Sollte auch für Sie der FAF-Faktor wichtig sein und wollen Sie dennoch nicht die Nachteile von Shared Media Netzwerken in Kauf nehmen, informieren wir Sie gern im Beitrag POF-Installation über die Details.